Ich wuchs in den Nachkriegsjahren bei meiner Mama und Großmutter in Wien auf. Mein Vater starb nach meiner Geburt an TBC. Als ich sechs Jahre alt war, heiratete meine Mama noch einmal und ich bekam einen Bruder. Da beide Eltern den ganzen Tag in die Arbeit gingen und wir nur eine kleine Wohnung hatten, war die Straße mein zweites Zuhause. Ich besuchte die Volksschule, die Hauptschule und die Hauswirtschaftsschule. Anschließend  lernte ich Verkäuferin in einem Kindermodengeschäft und besuchte die Berufschule für kaufmännische Berufe.

In meiner Familie wurde nie über Gott gesprochen, nur im katholischen Religionsunterricht hörte ich von Gott und ging sonntags in die Kirche. Als ich älter wurde, trat ich in eine Jugendorganisation ein, bei der Gott aber ebenfalls keine Rolle spielte.

In der Hauswirtschaftsschule lernte ich ein Mädchen kennen, die meine beste Freundin auf Lebzeiten wurde. Bei ihr zu Hause in Gloggnitz wurden Bibelstunden abgehalten. Das machte mich neugierig, was in der Bibel überhaupt steht. Der Diakon, der die Stunden hielt, fuhr am nächsten Tag mit mir in die Kirche, damit ich mir meine erste Bibel kaufen konnte. Erst zwei Jahre später wurde ich von meiner Freundin zu einer Evangelisation mit Willhelm Pahls eingeladen. Dort fühlte ich mich durch den Psalm 32 so von Gott angesprochen, dass ich am zweiten Tag dieser Vortragsreihe meine Sünden Gott bekannte und die Vergebung durch Jesus Christus annahm. Ich nahm Ihn als meinen HERRN und HEILAND in mein Herz auf!

Mein Leben veränderte sich - damals war ich schon zwölf Jahre verheiratet und hatte zwei Kinder mit zehn und sechs Jahren. Ich wollte Jesus nachfolgen und so war mir klar, dass ich mehr aus der Bibel über Ihn lernen musste. So fuhr ich einmal in der Woche in die Bibelstunde und sonntags in den Gottesdienst. Meine Tochter begleitete mich von der zweiten Woche an jeden Sonntag. Unser Sohn blieb beim Papa zu Hause. Erst nach einiger Zeit ging auch er mit uns. Nur bei meinem Mann musste ich 25 Jahre warten, bis auch er sein Leben Jesus übergab.

Voriges Jahr feierten wir unseren 40. Hochzeitstag mit einem Segnungsgottesdienst. Zurückblickend erkenne ich Gottes Treue und Gnade und ich bin sehr dankbar, wie Er mich geführt hat!

 

Glücklich ist der,
dessen Sünde vergeben ist
und dessen Schuld zugedeckt ist.
[...]
Du hast mir vergeben
und meine Schuld weggenommen.
[...]
Der Herr spricht zu mir:
"Ich will dir den Weg zeigen,
den du gehen sollst.
Ich will dir raten und dich behüten."

Psalm 32,1.5c.8