Aus dem Gebetstagebuch von Helga
Einige Zeilen aus meinem Gebetstagebuch für alle, die ihre Kindheit nicht besonders glücklich in Erinnerung haben.
Ich weiß aus meinem eigenen Leben, dass Gott alles in Ordnung bringt, alles heilt, alles wieder herstellt, und noch mehr: Er ist die Fülle und gibt in reichem Maße an Liebe, Geborgenheit, Freude und Kraft …..
Den Eltern unter Euch möchte ich das Buch „Bitte, segne mich!“ von G. Smalley und J. Trent (Francke Verlag) empfehlen. Es erzählt, wie wichtig es ist, Kinder ins Leben zu lieben, ihnen gute Worte zu sagen, sie zu umarmen, segnend zu berühren, ihnen Geborgenheit spüren zu lassen und natürlich auch klare Grenzen zu zeigen. Lernen sie später Gott kennen, haben sie eine Ahnung, was Vaterliebe ist. Es ist schon viel Vertrauen in ihr Leben gepflanzt worden; viel Offenheit, sich auf andere und auf Gott einzulassen.
Papa, ich brauche dich!
Es war Sonntag. Ich beobachtete, wie ein junger Vater seine kleine Tochter auf dem Arm hielt, sie während des Gottesdienstes ununterbrochen drückte und liebkoste. Doch, sie schien das gar nicht zu bemerken. Das kleine Mädchen beobachtete interessiert, was um sie vorging. Wahrscheinlich gehörten für sie diese Zuneigungen des Vaters ganz selbstverständlich zu ihrem Leben, wie die Luft zum Atmen.
Ich dachte mir: „Kind, siehst du denn nicht, wie lieb dich dein Papa hat?“, und wurde ein wenig traurig, weil ich das mein ganzes Leben lang nie kennen lernte. Die Seelsorger sagen, das sind dann die Menschen, die sich ihr ganzes Leben lang nicht von vorne herein geliebt und angenommen fühlen.
Doch, was für ein Segen ist es, neues Leben durch den Glauben an Gott zu bekommen, sich auf Gott einzulassen:
Ein neuer Papa ist da!
Einer mit offenen Armen,
einer mit einer bedingungslosen Liebe,
einer mit vergebendem Herzen,
einer mit Zeit, Geduld und Interesse für mich,
einer, der da ist,
der handelt,
der sich für mich einsetzt,
dem ich nicht egal bin,
der mich hört und auch zuhört,
dem ich wichtig bin.
HERR, damals als ich noch Kind war, hätte ich doch so notwendig einen Papa gebraucht.
Wo warst du da?
Ja? - Du warst ganz nahe bei mir?
Du warst sogar traurig, weil ich mich ungeliebt, allein und einsam fühlte,
weil ich dachte, ich hätte kein Recht auf der Welt zu sein?
Herr, ich gebe Dir jetzt meine Traurigkeit und meine Verletztheit.
Bitte vergib Du mir, dass ich damals mit Zorn, Hass und Selbstmitleid reagiert habe.
Du weißt, ich war ein „stilles Kind“. Niemand hatte bemerkt, was in mir vorging.
Es war, als hätte ich irgendwann einmal aufgehört zu leben, einfach aufgegeben.
Vergib mir meine Reaktion!
Jetzt weiß ich auch: Sie vermochten’s nicht besser.
Ich danke Dir, dass ich nun neues Leben habe durch Dich,
einen neuen Papa, der alles Krumme gerade macht.
Danke auch, dass du, Herr Jesus, alle Verletzungen heilst,
dass du selber weißt, was es heißt verletzt zu werden, weil du ja als Mensch gelebt hast.
Danke, dass du so voller Mitleid und barmherzig bist - mein Trost und mein Leben.
Danke für das neue „Kind sein“, das du mir geschenkt hast.
Du hast mir die Macht gegeben, ein Kind Gottes zu sein.
Du hast mich ins Leben geliebt.
Durch Deine Liebe,
die dich ans Kreuz geführt hat und dich dort bluten ließ,
hast du mich neu gemacht.
Was völlig Neues hast du geschaffen. Das Alte ist vergangen. Neues ist gewachsen.
Und täglich erneuerst du mein Innerstes und machst mich schön, weil du es so willst.
Nach deinem Ebenbild willst du mich verwandeln. Wie gut du bist!
Und eines Tages werde ich sein wie du,
wenn ich dir gegenüberstehen werde
von Angesicht zu Angesicht.
HERR, lass nicht zu, dass ich Deine Liebe und Zärtlichkeit ignoriere.
HERR, ich will auf Dich schauen und mich von Dir verändern lassen.
Ich will ganz Dein Kind sein und Dich widerspiegeln.
Ich will Dich genießen und verherrlichen.
Ich will Dir nahe sein.
ABBA, Papa, ich brauche Dich!